Anekdoten

Ein Roseler hatte seinen Freund aus Toppsdorf mit zur Kirche genommen und als der Pfarrer auf die Kanzel stieg, soll er am Anfang seiner Predigt etwas betont auf den Gast gesehen und begonnen haben: „Wer ist der,......“ Worauf der Roseler sagte „mein Freund, der Kappenmacher aus Toppsdorf“, der Pfarrer jedoch fuhr fort:....“ der Himmel und Erde gemacht hat“. Darauf der Roseler: „Oh nein, das ist er nicht!“

Man erzählt sich, der Nachbar des Pfarrers hätte ihm die Milch geliefert. In Roseln hieß das, er bekam die „Milch auf den Monat“. Bestellte der Pfarrer die Milch für den nächsten Monat bei einem Bauern, so war das nicht nur eine Ehre, sondern auch eine schöne Einnahmequelle. So wurde zu Beginn des Monats eine größere Schüssel mit Milch gebracht, als Präsent, in gewissem Sinne. Nun trug es sich zu, daß der Bauer bzw. Bäuerin ihre drei Kinder mit einer Schüssel Milch zum Pfarrer schickte. Vorher hatte die Bäuerin den Kindern, die noch klein waren, den rechten Anstand beigebracht und eingepredigt. Der Größere sollte sagen: “Einen schönen Abend dem wohlwürdigen Herrn Vater“, das Gleiche sollte die Tochter der Frau Mutter sagen und der Kleinste auch den Klaritätskern ( Kinder des Pfarrers). Da die Schüssel aber zu voll war und der Große die Tür nicht aufmachen konnte, hat das seine Schwester für ihn getan, wobei sie ihren Bruder anstieß und die Milch übergeschwappt ist. Inzwischen hatte der Pfarrer die Tür erreicht, und der älteste sagte ( An die Schwester gerichtet ) „Em Scheiss der en Hàlz“, darauf wortgetreu die Schwester: “auch der Frau Mutter“ und der Kleine: „Auch den Klaritäteskern“! In welchem Jahrhundert sich dieses zugetragen haben soll, weiß natürlich kein Mensch.

Man erzählt sich, der Klarinettist Hätte an einem Sonntag verschlafen, weil die Samstagsprobe etwas zu feucht war. Der Auftritt sollte in der Kirche stattfinden. Da er aber auch noch zwei Ochsen zu versorgen hatte, war er wohl etwas ins Gedränge geraten und anstatt die Ochsen erst zu füttern, hat er sie gleich zur Tränke getrieben. Die Ochsen, die keinen Durst hatten, haben ihn blöde angeschaut. Daraufhin soll er gesagt haben: „Ihr hättet Adjuvant werden sollen, dann hättet ihr auch nüchtern gesoffen“.

Ware Geschichten im 20-ten Jahrhundert

An Sylvester machten die jungen Burschen manche Scherze. 

Z.B. der Wagen des Johann Stirner ( Dudu), den die Jugendlichen zerlegt haben und dann auf dem Scheunendach wieder zusammengesetzt hatten. Wie erstaunt mag er wohl gewesen sein, als der vermißte Wagen plötzlich auf dem Dach stand. 

Oder an Pfingsten (1971): Es war üblich jeder jungen Magd in der Nacht vor Pfingstsonntag einen Maibaum zu setzen. Bekannterweise muß man dafür Löcher graben. Die jungen Burschen wurden meistens von den älteren angeleitet; so auch diesmal. Sie fragten mich Nachts um 23,30 Uhr ob man dieses Jahr auch Maibäume setzt. Ich bejahte das und fragte sie, wieso noch keine Löcher gegraben wären , denn die Bäume seien schon unterwegs. Darauf fingen die Burschen an zu graben was das Zeug hält. Tatsache  war, ich kam von der Spähtschicht und hatte vorher keine Zeit mich um Maibäume zu kümmern. Am Pfingstsonntag als die Roseler vor das Haus traten und Löcher bei den Nachbarn sahen, waren sie erstaunt und fragten warum Die Löcher gemacht hätten? Darauf antwortete ein schlagfertiger Nachbar: „ Es werden Obstbäume ausgeteilt „.So fingen auch die an, Löcher zu graben die keine Mädels im Haus hatten. Wie man daraus schon entnehmen kann, es gab 1971 keine Maibäume.

Für  die einen war es eine Gaudi, andere fühlten sich beleidigt.

Auf jeden Fall war dieses Ereignis  beim anschließenden Gottesdienst Gesprächsstoff und es gab sogar eine Rüge des Pfarrers bei der Predigt, weil seine Tochter auch betroffen war.

Gebräuchliche Schimpfwörter waren:

Bäffelkäulef – Büffelkalb, Reuzlàifel – Rotzlöffel,  Mulläufen – Maulaff, Moèdàsàck – Madensack, àilend Zoèder- elender Lumpen, Schämpes – Abort, Laiser – Lauser, dàt dech deng Nonn seul hun verschässen –

Daß dich deine Nonne verschissen hätte, der Schlèuch säul dech tràifen – der Schlag soll dich treffen, Läppwurzel -  ? , doèt dier dà Wurzel sàul verdruchen – Daß dir die Wurzel vertrocknen soll, Scheunddauer – Schandtier, Hoèngd – Hund, tà best der Nemest – du bist ein Niemand, dàt te um Boudemzeung fàroacken seult – daß du am hinteren Gartenzaun verrecken sollst, Faurkeln – Ferkel, Schweng wàt tà best – Schwein was du bist,

Dir goit det Muil wa der Ind der Ursch –Dier geht der Mund wie der Ente der Arsch, dir goit det Muil wa er Bràich – dir geht der Mund wie einer Hanf breche, verflàucht säult te sen mät denger geunzer neamuri– verflucht sollst du sein mit deiner Verwandtschaft, Graus seul dir wusen fuir der Dier – Gras soll dir wachsen vor der Tür,

Ech hauen dir oint eruwer dàt tà staren sechjst – Ich haue dir eine herunter das du die Sterne siehst, te best wan Paleukes – du bist wie eine Palukes ( Maisbrei ). Et äs euch en gràunzundijer – er ist auch ein  Grünzahniger (Neidhammel), lauk mech em Ursch – leck mich am Arsch, te best en Groul –du bist ein Schreck, dàt dech dàt Doènnerwadder – daß dich das Donnerwetter, doèt dir dà Kriuen dàt Bruit fràisen sellen – daß dir die Krähen das Brot fressen sollen, ech dràien dir den Hòulz am – ich drehe dir den Hals um,  Himmel-hergott, Păduche –Laus.

Es gibt noch bestimmt  welche, die mir nicht bekannt sind.